Warum überhaupt Babys tragen? Vorteile für die Eltern-Kind-Beziehung

warum Babys tragen

Für einige Generationen war es etwas Außergewöhnliches, sein Kind im Tragetuch zu tragen. Nur „Öko-Eltern“ mit alternativen Lebensansichten trauten sich, etwas anderes als den Kinderwagen zu nutzen. Warum Babys tragen mittlerweile für viele Väter und Mütter ganz selbstverständlich dazu gehört und welche Vorteile damit verbunden sind, möchte ich Dir gerne genauer schildern.

Warum Babys tragen? – Die Vorteile

Wer sich genauer mit dem Thema Babys tragen beschäftigt, wird eines schnell feststellen: die Vorteile sind zahlreich und überwiegen daher für die meisten Eltern gegenüber den Nachteilen.

Tragen stärkt die Bindung

Allem voran ist das Tragen des eigenen Babys einfach nur schön. Das Baby ist ruhig, zufrieden und man spürt die gegenseitige körperliche Nähe. Es gibt keinen besseren Weg, um das Urvertrauen des Neugeborenen in die permanente Anwesenheit der Mutter zu stärken. Und es gibt keinen schöneren Weg, Dein Kind kennenzulernen. Denn im Tragetuch spürst Du ganz unmittelbar, wie es dem Kind geht und was es gerade braucht. Babys werden z.B. unruhig und quengelig, wenn sie Hunger haben oder mal müssen. Du spürst sofort, wenn das Kind erschrickt, wenn es angespannt ist, wenn es einschläft oder aufwacht.

Tragen ist natürlich

Auch wenn er für viele das „normale“ Fortbewegungsmittel mit Kind zu sein scheint: Kinderwägen gibt es tatsächlich tatsächlich erst seit dem 19. Jahrhundert und viel später wurden sie dann weiter verbreitet. Auch sind Kinderwägen ein Phänomen unserer westlichen Gesellschaft. Wie haben Mütter früher ihre Kinder transportiert? Was tun Frauen in Entwicklungsländern? Richtig, sie tragen ihre Kinder! Auf dem Arm, oder in Tüchern auf dem Rücken während sie arbeiten. Für den Großteil der Menschheit ist das die einzig denkbare und natürliche Weise, ihr Kind mit sich zu nehmen.

Viele (verhaltens)biologische Faktoren sprechen außerdem dafür, dass Babys immer noch an die Gegebenheiten von vor mehr als 10.000 Jahren angepasst sind, als die Menschen noch Jäger und Sammler waren. Deshalb bedeutet Abgelegt werden für Babys instinktiv Todesgefahr – sie möchten nah am Körper eines Erwachsenen bleiben. (Vgl. Schmidt, Nicola: Artgerecht. Das andere Baby-Buch. Kösel 2015, S. 160 ff.)

Tragen gibt Nähe

Bis ein Kind im Alter von 2-3 Jahren oder später ein wenig unabhängiger und selbständiger wird, braucht es viel Nähe und Geborgenheit. Es ist kein böser Wille, dass Kinder ständig an ihrer Mama kleben – diese Nähe und Sicherheit ist wichtig für ihre körperliche und kognitive Entwicklung. Dein Baby zu tragen bietet eine einfache und praktische Möglichkeit, ihnen diese Nähe zu bieten.

Tragen fördert die körperliche Entwicklung

Kinder, die getragen werden, haben im späteren Leben weniger Haltungsschäden. Auch einer Hüftdysplasie wird durch den breiten Steg, über den eine gute Tragehilfe verfügt, vorgebeugt. In der Trage werden außerdem der Gleichgewichtssinn und die Muskulatur eines Säuglings trainiert. Unter Umständen sind Sie dadurch motorisch schneller als „geschobene“ Altersgenossen.

Tragen fördert die kognitive Entwicklung

Ein Kind, das sich wohl und sicher fühlt, kann sich altersgemäß und richtig entwickeln. Studien zeigen, dass Kinder, die viel getragen werden, weniger schreien. Die Rechnung ist ganz einfach: diese Zeit haben Sie für die Bildung der Synapsen im Gehirn zur Verfügung. Ein Baby, das getragen wird, sieht außerdem viel mehr, als ein Kind im Kinderwagen. Auch diese optischen Reize lassen ein Baby die Welt schneller begreifen.

Tragen ist praktisch

Nicht zuletzt ist es für Eltern einfach richtig praktisch, Kinder zu tragen. Beide Hände sind frei, Du kannst Dich z.B. um den Haushalt kümmern, statt dein Baby anders zu trösten, weil es nicht allein bleiben möchte. Unterwegs brauchst Du dich nicht um Stufen, Treppen oder genügend Platz für den Kinderwagen zu kümmern. Vor allem in der Großstadt kann ein Kinderwagen zur echten Belastung werden. Wenn der Bus zum Beispiel voll ist oder die Gänge im Supermarkt einfach zu eng.